Jugend forscht Preisträger messen sich mit Europas besten Nachwuchswissenschaftlern beim EU-Wettbewerb 2015

Lumen Haendler, Daniel Riesterer und Jakob Dichgans (v.l.n.r.)
Lumen Haendler, Daniel Riesterer und Jakob Dichgans (v.l.n.r.)

27. European Union Contest for Young Scientists vom 17. bis 22. September 2015 in Mailand

Acht aktuelle Preisträgerinnen und Preisträger von Jugend forscht vertreten Deutschland ab morgen beim 27. European Union Contest for Young Scientists in der Expo-Stadt Mailand. An dem Nachwuchswettbewerb, der in der Fabbrica del Vapore stattfindet, nehmen 171 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 38 Ländern teil. Die jungen Talente zwischen 14 und 21 Jahren präsentieren in 11 Wettbewerbsdisziplinen insgesamt 103 Forschungsprojekte, die von einer internationalen Expertenjury bewertet werden.

Die deutschen Teilnehmer qualifizierten sich beim Jugend forscht Finale Ende Mai 2015 für den EU-Wettbewerb: Jakob Dichgans (17), Daniel Riesterer (18) und Lumen Haendler (19) aus Überlingen präsentieren dort ihr Bundessieger-Projekt „Power to Gas“. Die drei verbesserten ein Verfahren zur Speicherung überschüssiger Energie, die etwa Solaranlagen liefern. Dabei wird das Gas Methan genutzt, das erzeugt wird, indem man mit dem anfallenden Strom erst Wasser chemisch aufspaltet, so Wasserstoff gewinnt und diesen mittels Kohlendioxid in Methan umwandelt. Den Jungforschern gelang es, eine Anlage zu konstruieren, die das benötigte Kohlendioxid in einem kontinuierlichen Prozess aus Verbrennungsabgasen gewinnt. Mit ihrem Projekt gewannen sie beim 50. Bundeswettbewerb den Preis der Bundesbildungsministerin für die beste interdisziplinäre Arbeit.

In Mailand an den Start geht auch Lukas Stockner (18) aus Altötting. Der Bundessieger im Fachgebiet Mathematik/Informatik ging in seinem Forschungsprojekt der Frage nach, wie sich ein Lichtstrahl in einer bestimmten Umgebung ausbreitet und wie er von Gegenständen reflektiert wird. Das sind zentrale Überlegungen, will man per Computer fotorealistische Grafiken erzeugen. Eine besondere Herausforderung ist dabei die Lichtstreuung, die etwa auftritt, wenn Sonnenlicht durch eine Karaffe voller Wein scheint. Um solche Effekte möglichst naturgetreu zu simulieren, nutzte der Jungforscher ein spezielles mathematisches Verfahren aus der Statistik.

Anselm von Wangenheim (18) aus Kassel geht mit seinen Untersuchungen zum sogenannten Monopod ins Rennen. Der Physik-Bundessieger fragte sich, ob sich ein Roboter bauen lässt, der stabil auf nur einem Bein steht und springend seine Position verändert. Mittels aufwendiger Simulationen zeigte er, dass es physikalisch tatsächlich möglich ist, einen solchen einbeinigen Roboter zu konstruieren, der sich kippend fortbewegt und dabei durch die Rotation einer Schwungmasse vor dem Umfallen bewahrt wird.

Anlässlich der Expo in Mailand vertreten Levin Winzinger (16), Larissa Roth (17) und Felicitas Kaplar (18) aus Hösbach Deutschland in der Sonderkategorie „Food – Energy for Life – EXPO 2015“. In ihrem Projekt zeigten die drei, dass sich wichtige industrielle Grundchemikalien wie Ethen nicht nur aus Erdöl, sondern auch aus pflanzlichen Rohstoffen herstellen lassen. Mit ihren Analysen errangen die Jungforscher beim diesjährigen Bundesfinale den vierten Preis im Fachgebiet Chemie.

Den jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern winken Preise im Gesamtwert von mehr als 50.000 Euro sowie Praktika und Forschungsreisen. Die Sieger werden am Montag, dem 21. September 2015 in einer Feierstunde im Mailänder Teatro dal Verme ausgezeichnet. Der European Union Contest for Young Scientists wird seit 1989 von der Europäischen Kommission veranstaltet. Ziel ist die Förderung des wissenschaftlichen Austausches und der Zusammenarbeit zwischen jungen Forscherinnen und Forschern.

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